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Lord of Shadows - Review

Lord of Shadows The Dark Artifices 2 Cassandra Clare 699 pages McElderry Books So ...

29.09.18

Amani - Heldin des Morgenrots

Cover vom Bloggerportal
Alwyn Hamilton
480 Seiten
cbt Verlag

Auf viele Arten ist «Amani – Heldin des Morgenrots» es ein wahnsinnig gutes Jugendbuch. Damit meine ich, dass es die Fehler korrigiert, die viele andere Bücher, besonders Fantasy YA (= Young Adult) machen.

Viele dieser Jugendbücher handeln von starken jungen Frauen, das ist an sich ja etwas sehr Gutes, nur leider we
rden starke Frauen meistens über eine physische Stärke definiert und ihre «Bad-Ass-igkeit» wird nur vorgegaukelt, das heisst sie werden immer als kaltblütig oder steinhart dargestellt, handeln aber nie entsprechend. Ein Beispiel dafür wäre Celaena Sardothien, die immer als knallharte Assassinin dargestellt wird, aber kaum je jemanden tötet. Amani hingegen ist reif für ihre zarten 17 Jahre und trifft Entscheidungen stets gut überlegt; Sie tut es nicht gerne, aber sie foltert und tötet notfalls schon.

Ich habe schon angesprochen, dass Hamilton mutig ist. In vielen finalen Bänden von Jugendbuchreihen kommt die Spannung nicht richtig auf, weil man von Anfang an weiss, dass die Hauptfiguren sowieso nicht in Gefahr sind. Seid euch bei diesem Buch dabei nicht zu sicher. Dementsprechend fühlt sich die Gefahr aber auch echt an. Die Handlung schreitet zügig voran und die letzten 200 Seiten fliegen nur so daher.

Die Kriegssituation ist sehr strategisch und vieles wird aus der Sicht eines Geschichtenerzählers der Zukunft geschildert, damit nimmt die Autorin den Aspekt auf, dass Geschichten geschönt werden, dass nicht immer alles funktioniert wie es sollte und dass auch die Helden berechnend sind und manipulieren, um ihr Ziel zu erreichen. Denn Menschen sind nicht nur gut oder schlecht. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen waren die meisten Figuren weder klassische Helden, noch Bösewichte sondern hatten egoistische und heldenhafte Züge gemischt. Das macht sie viel interessanter und realistischer. Auch hier wieder, ein Zeichen von Qualität, wie man es von Hunger Games kennt.

Besonders beeindruckt hat mich, dass Amani, die Protagonistin, ihre eigenen vergangenen Handlungen reflektierte und feststellte, dass sie damals, also ca. in Band 1, aggressiv und egoistisch war. Damals war sie noch eine viel klassischere Jugendbuchheldin, die sehr oft nicht so gut sind, wie sie selbst von sich denken, und diese Selbstreflexion zeigt endlich einmal ein realistisches Älterwerden von jugendlichen Protagonisten.

Ich fand Amani – Heldin des Morgenrots richtig gut, es hat sovieles richtig gemacht, ich habe nur zwei Kritikpunkte. Das Setting fand ich sehr verwirrende. Die Mischung aus Fantasy und Technologie ist zwar erfrischend und neu, allerdings war mir die Welt nicht besonders präsent und jedesmal, wenn ein modernes Element erwähnt wurde, hat es mich wieder irritiert, da diese nicht besonders gut eingebaut wurden.

Was mir jetzt noch zu sagen bleibt ist bloss, dass ich dieses Buch sehr gerne geliebt hätte, es war technisch nahezu perfekt, aber mir hat die emotionale Verbindung gefehlt. Ich habe keine Gefühle gegenüber Amani oder Jin aufgebaut und dementsprechend war ich auch nicht besonders mitgenommen, wenn sie in Gefahr waren. Ich schliesse aber nicht aus, dass es daran liegen könnte, das ich Band zwei vor ca einem Jahr gelesen habe und die Figuren und ihre Geschichte nicht mehr besonders gut im Kopf habe.

Vielen Dank and das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

20.09.18

Die Geheimnisse des Schattenmarktes 5 – Eine tiefere Liebe



Cover vom Bloggerportal

Cassandra Clare und Maureen Johnson


Tessa fühlt sich nach dem Tod ihres Mannes sehr alleine, ihre Unsterblichkeit und damit verbundene ewige Jugend trennt sie von ihrer Familie und deswegen lebt sie nun mit ihrer Freundin Catarina Loss in einem kleinen Apartment in London. Gemeinsam arbeiten sie im St. Bart’s Hospital als Pflegerinnen. Dort werden sie auch dringend gebraucht, denn es ist das Jahr 1940 und London wird von den Deutschen bombardiert. In einer Bombennacht kommt dann auf einmal ein besonderer Junger Mann, bereits dem Tode sehr nahe, nach St. Bart’s und Tessa muss nun fürchten, auch die zweite grosse Liebe ihres Lebens zu verlieren.


Meine Meinung zur fünften Geschichte


Ich kann absolut gar nichts an den Figuren aussetzen, nicht nur weil Cassandra Clare eine wahre Meisterin auf diesem Gebiet ist, auch weil ich Tessa und Jem von ganzem Herzen liebe. Mein Problem mit dieser Geschichte lag bei der Handlung, oder besser beim Fehlen einer solchen.

Die ganze Geschichte spielt sich in einer Nacht ab und handelt nur davon, dass Tessa und Catarina Jems Leben retten und danach Gespräche führen. Dass muss nicht per se schlecht sein, aber ich fand die Enthüllungen sehr schlecht präsentiert und vieles schien nur dank sehr, sehr glücklichen Zufällen zu klappen. Wie praktisch, dass Jem ausgerechnet auf die eine Person trifft, die etwas über die verschollenen Herondales weiss, nach denen er sucht. Wie praktisch, dass er genau in London war, ganz in der Nähe von Tessa, als er verletzt wurde. Das hätte ja auch an einem der anderen Orte passieren können, in denen die letzten Geschichten gespielt haben. Diese und viele andere glückliche Zufälle haben für mich die Spannung komplett kaputt gemacht. Dazu kommt, dass Jems Mission sehr unklar ist, ja er sucht verschollene Herondales, aber die genauen Hintergründe sind mir schleierhaft und der rote Faden, der die Geschichten miteinander verbindet, die Schattenmärkte, wirken sehr gesucht und spielen oft in den Geschichten keine grosse Rolle mehr, nach dem sie neue Figuren eingeführt haben. Aber auch das bekommen wir hier nicht.

Was ist mir denn noch geblieben? Tessa und Jem! Endlich bekamen wir zu sehen, wie seltsam ihre erneute Annäherung gewesen ist. Beide noch in ihrer Trauer um Will und Jem noch immer ein Stiller Bruder, so war es für sie nicht einfach, ihren Gefühlen für einander zu folgen. Damit schliesst sich eine Lücke, die zwischen den Ereignissen von Clockwork Princess und City of Heavenly Fire bestanden hatte.
Ich hoffe sehr, dass wir in der nächsten Geschichte wieder etwas mehr Handlung haben werden und das Geheimnis um die verschollenen Herondales endlich wirklich lüften werden.

Danke für das eBook Rezensionsexmplar ans Bloggerportal.

13.09.18

Endlich! – Dr. Eckart von Hirschhausen

Mit seinem neuen Programm schlägt Eckart von Hirschhausen eine neue Richtung ein. Dieses Mal dreht sich alles um die Zeit und wie sie unser Leben, vor allem dessen zweite Hälfte, beeinflusst. Auch dieses Mal wird das Programm wieder mit wunderschöner Klaviermusik untermalt, welche besonders gut in dieses, eher ruhigere und nachdenkliche Programm passt.

Nicht nur das Thema ändert, das ganze Programm wirkt ruhiger und nachdenklicher als frühere. Der Aspekt liegt weniger auf Witzen, als auf Denkanstössen, die aber durchaus auch eine humorvolle Note mit sich bringen. Offensichtlich ist Endlich! Stark von Hirschhausens eigener Erfahrung mit dem Älterwerden beeinflusst und durch seine Herangehensweise spricht dieses Thema nicht nur Ältere an, sondern durchaus auch Jüngere, mit meinen 20 Jahren bin ich noch ein Stück von den 50ern entfernt. Trotzdem wirkt sein Programm prophylaktisch, man bekommt schon einmal einen Vorgeschmack darauf, dass die Probleme, mit denen man sich in den frühen Jahren des Erwachsenseins herumschlägt, später gar nicht mehr so bedeutend sind und dass man durchaus vieles lernen kann von den Älteren und Weiseren.

Gerade in Anbetracht dessen war ich sehr froh darum, dass Hirschhausen zu der momentan Flüchtlingsdiskussion, ich weigere mich es eine «Problematik» zu nennen, seinen Standpunkt beisteuert. Grossen Respekt dafür.

Auch mit Endlich! Liefert Hirschhausen wieder ein lustiges aber wohl überlegtes Programm ab, welches wundervoll unterhält.
Vielen Dank an den Hörverlag für das Rezensionsexemplar.

Joëlle