Empfohlener Beitrag

Lord of Shadows - Review

Lord of Shadows The Dark Artifices 2 Cassandra Clare 699 pages McElderry Books So ...

21.08.18

Zeit der grossen Worte - Rezension


Cover vom Bloggerportal erhalten

Zeit der grossen Worte
Herbert Günther
ca. 300 Seiten (inkl. Anhang)
CBT Verlag
hier geht's zum Buch
 
Die Familie Hoffmann ist erst vor kurzem vom Land in die Stadt gezogen, wo die Mutter den Kolonialwarenladen ihres Vaters übernahm. Es ist das Jahr 1914. Ein Jahr grosser Worte. Worte, wie Vaterland, oder Heldentod, denn Deutschland ist nun im Krieg und sowohl der Vater, als auch der Bruder Paul Hoffmanns melden sich freiwillig. Voller Eifer ziehen sie in den Krieg, Paul, erst vierzehn Jahre alt, bleibt zuhause und hilft der Mutter im Laden. Doch schnell schlägt die Stimmung in den Briefen von der Front um und Paul dokumentiert, wie das Leben in einem kriegsgeplagten Land ist, wo trotzdem die Klassenunterschiede die Gesellschaft weiter aufteilen. 
 

Meine Meinung


Der Einstieg in «Zeit der grossen Worte» fiel mir sehr leicht. Die Anzahl der Figuren ist überschaubar und deren Absichten auch. Genaugenommen ist das einer meiner grössten Kritikpunkte: die Figuren sind sehr eindimensional und man erfährt kaum etwas über sie. Das liet sicher auch am eher geringen Umfang des Buches.

Besonders die Hauptfigur Paul ist noch eher jung und dementsprechend auch ein wenig naiv. Das wird vom Autor dazu verwendet, dem Leser klare Botschaften zu senden. Ziemlich das Gegenteil von dem «Show, Don’t» Tell Prinzip.

Obwohl Paul kontinuierlich älter wird, während die Geschichte fortschreitet, spürt man erst ganz zum Schluss, dass er erwachsener ist. Tatsächlich schaffte es das Ende, die Emotionen und Figuren spürbar werden zu lassen, etwas was in meinen Augen das ganze Buch lang eher gefehlt hatte.

Nichtsdestotrotz ist «Zeit der grossen Worte» sehr flüssig geschrieben und, da es auch nicht besonders lang ist, schnell weggelesen. Ich würde es als Einstieg für Jugendliche in Geschichten über den ersten Weltkrieg empfehlen.

Der Vergleich mit «Im Westen nichts Neues» drängt sich auf, da beide Bücher den Verlauf des Ersten Weltkriegs beschreiben, Paul Bäumer von der Front aus, Paul Hoffmann vom zivilen Leben. Ich denke beide Geschichten ergänzen sich ganz gut.

An dieser Stelle möchte ich dem Bloggerportal und CBT für das Rezensionsexemplar danken.

19.08.18

Die Geheimnisse des Schattenmarktes 4 – Verlust



Cassandra Clare und Kelly Link
Goldmann Verlag
e-Short

In diesem vierten Teil der Kurzgeschichtensammlung rund um die Schattenmärkte der Welt sind wir wieder einmal mit Bruder Zachariah unterwegs. Der inspiziert, zusammen mit einer angehenden eisernen Schwester namens Emilia, einen Basar in einer Kleinstadt in Amerika, dessen Besucher plötzlich seltsame Dinge tun.

Ich habe die ersten drei Geschichten auch bereits gelesen, zu den ersten zwei gibt es hier auf meinem Blog auch eine Rezension. Falls ihr diese gelesen habt, wisst ihr, dass ich sehr begeistert von dieser neuen Geschichtensammlung war. «Verlust» war nun eher enttäuschend. 

Einerseits war diese Geschichte deutlich kürzer, als seine Vorgänger. Das Setting des Basars war zwar sehr interessant und hätte viel Potential gehabt, es wurde aber leider nur oberflächlich gestreift. Dazu kam, dass Emilia eine, uns bisher unbekannte Figur war und wir haben sie auch nicht weiter kennengelernt. Nicht einmal ihr Nachname, sonst ein wichtiger Identifikationspunkt in den Schattenjägerchroniken, wurde offenbart. Ich vermute, dass sie später noch wichtig werden wird und ihr Name deswegen noch ein Geheimnis bleiben muss, aber das tröstet mich wenig, denn damit sind wir beim Kernproblem dieser Geschichte. Sie fühlt sich an wie ein Prolog, nur da um spätere Geschichten vorzubereiten oder Infos für Lady Midnight nachzuliefern. Sie hatte kaum Handlung und auch die Erinnerungen an Will Herondale konnten sie nicht retten. Ich fand «Verlust» nicht schlecht, ich fand nur, dass es kaum eine Geschichte war. Ich hoffe, dass die Geschehnisse dieses Basars zumindest in zukünftigen Büchern oder Geschichten noch einen Einfluss haben werden, besonders hoffe ich auf ein erneutes Zusammentreffen mit diesem kleinen Jungen, Bill, der das zweite Gesicht geschenkt bekommen hat.

Ich bin gespannt, was die nächsten Teile mit sich bringen werden und bin in der Zwischenzeit froh darum, dass diese Kurzgeschichten die Wartezeit auf «Queen of Air and Darkness» zumindest ein wenig verkürzen. Vielen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für dieses elektronische Rezensionsexemplar.

Joëlle