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18.01.19

Riverdale - Der Tag davor - Rezension


Riverdale – Der Tag davor
Micol Ostow
Cbt Verlag
350 Seiten
hier geht's zum Buch

Was geschah in Riverdale bevor Veronica Lodge in das familiäre Kleinstädtchen kam? Was haben Jughead, Betty und Archie getrieben, bevor sie einen Mordfall lösen mussten?
Die Ereignisse der Wochen vor dem 4. Juli, dem Tag an dem Jason Blossom am Sweetwater River seinen Tod fand, werden in dieser Vorgeschichte nun endlich erzählt.

Meine Meinung (ohne Spoiler)


Ich habe die erste Staffel «Riverdale», bei ihrem Erscheinen mit grossem Vergnügen geschaut, besonders die Figur von Jughead hat es mir angetan, das liegt vielleicht auch daran, dass sie von Cole Sprouse gespielt wird…
Die zweite Staffel fand ich dann aber zunehmen seltsam, die beste Beschreibung die ich für mein Erleben von «Riverdale» gefunden habe ist: «weirdly dark and weirdly sexy», das trifft es für mich auf den Kopf. Da diese Vorgeschichte aber eben VOR der ersten Staffel spielt, wollte ich der Welt von Riverdale gerne noch einmal eine Chance geben.
Aber ich wurde schwer enttäuscht.

Erstens richtet sich dieses Buch wirklich nur an die Fans der Serie, die Charaktere und die Ortschaften werden kaum erklärt und man versteht vieles nur, wenn man die Serie bereits gesehen hat. Dazu kommt, dass das Buch eigentlich keine Handlung hat. Die grossen Ereignisse beginnen nun mal erst, nach dem Buch. So bekommt man zwar ein Bild davon, wie die Situation zu Beginn der ersten Folge zu Stande kam, aber das ist nicht wirklich unterhaltsam.

Zweitens konnte ich mich gar nicht mit dem Schreibstil der Autorin anfreunden.
Die Seiten sind voll mit Pop-Kultur Anspielungen, Markennennungen und nichts wird dem Leser überlassen. Jede Intention der Figuren wird nicht angedeutet, sondern voll auf ausgesprochen, so dass man auch wirklich jedes kleine Detail mitbekommen muss. Dazu kommt, dass immer wieder Einwürfe wie «Hashtag: ohne Filter» vorkommen, bei denen man merkt, wie sehr die Geschichte «relatable» und cool sein soll, sie passen aber leider gar nicht in ein Buch und störten mich extrem. #fremdschämen
Ein positiver Aspekt war aber, dass der eher uninspirierte Schreibstil, mit dem häufigen verwenden des extrem aussagekräftigen Wortes «cool», immerhin das Gefühl vermittelten, die Figuren seien ca 15-16 Jahre alt. In der Serie ging das realistische Alter von Betty, Archie und co ja komplett verloren. Gleichzeitig wurden die Figuren aber auch alle sehr eindimensional. Betty ist lieb und mag Detektivgeschichten, Jughead ist soooo seltsam und anders, Archie ist halt einfach DER nette Footballtyp, der aber auch Musik mag, also eigentlich Troy Bolton einfach mit einer anderen Sportart und Veronica ist reich.
Damit lässt sich eigentlich das ganze Buch zusammenfassen.
Archie sagt sogar selbst: «Ich habe mich nie als besonders komplizierten Typen betrachtet.», wozu ich mir nur gedacht habe, nach genau dem Motto scheinen alle Figuren in diesem Buch zu leben.

Irgendwie merkt man, dass das Buch auf einer filmischen Vorlage basiert, da die Art wie die Geschichte erzählt wird, viel besser als Serie funktioniert hätte, oft werden kleine Detail eingestreut die die Backstory einer Figur erklären sollen, in einer Serie kann man das gut als kleine Rückblende machen, aber in einem Buch ist es meist sehr verwirrend, da es jeweils nur ein paar Sätze sind und diese reissen einem dann aus der Szene. Gleichzeitig weiss die Autorin nicht was «show, don’t tell» bedeutet, denn jedesmal wenn sie etwas nur mit einem Gesichtsausdruck sagen will, erklärt sie es hinterher doch noch einmal, mit dem Effekt, dass man sich als Leser denkt: «Für wie blöd hältst du mich eigentlich?»

Zwischen den Kapiteln konnte man immer wieder Chat-Verläufe der Figuren, oder Briefe lesen, die aber immer Ereignisse der Serie so heftig angedeutet haben, dass es eigentlich schon Spoiler waren. Und einmal war es ein achtseitiger Brief des komischen Pfadfindertypen, der in kleiner unleserlicher Schrift abgedruckt wurde. Den habe ich ganz übersprungen und so wie es aussieht habe ich dabei nichts verpasst. Es ging hauptsächlich ums Fischen und Zelten. Daran kann man schön zeigen, wie gut es dem Buch gelungen ist, eine Geschichte, die praktisch keine Handlung hat, auf 350 Seiten zu strecken.

Ich denke mein Fazit ist klar, ich konnte dem Buch wirklich nichts abgewinnen, obwohl aus der Serie ein gewisses Potential dagewesen wäre. Betty erwähnt zum Beispiel am Anfang der Serie immer wieder ihre dunkle Seite, davon hat man aber nichts gesehen. Es gab auch keine einzige Szene, in der Betty, Archie und Jug gemeinsam Zeit verbracht haben, ihre Freundschaft wurde uns auch nur erzählt, aber nie gezeigt.

Vielen Dank trotzdem an das Bloggerportal, dafür, dass sie mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.